In letzter Zeit gibt es in den sozialen Medien und in Fitnessstudio-Check-in-Gruppen immer mehr Leute, die ihren BMI posten. Man muss sagen, das Ding sieht ziemlich wissenschaftlich aus, und sobald die Zahl da ist, scheint es, als könnte man dem Körperbau eine Note 'gut' oder 'schlecht' geben. Aber ich sage dir, ich habe mir einige dieser Screenshots angeschaut, und mindestens die Hälfte der Leute hat die Zahl völlig falsch berechnet.
Was ist los? Nicht, dass sie absichtlich betrügen, sondern sie haben einfach nicht verstanden, wofür der BMI da ist. Der BMI ist dein Gewicht in Kilogramm geteilt durch deine Körpergröße in Metern zum Quadrat. Die Formel ist einfach, oder? Aber schau dir an, wie sie es machen: Manche nehmen 'Pfund' als 'Kilogramm' und teilen direkt durch die Körpergröße – kann die Zahl dann stimmen? Manche geben ihre Körpergröße mit Schuhen an und übertreiben um fünf Zentimeter, das ergibt eine ziemliche Abweichung. Noch absurder ist, dass einige einen BMI von 22,3 posten, was ganz gut aussieht, aber wenn man nachfragt, ist das die Zahl von ihrer letzten Vorsorgeuntersuchung im letzten Jahr. Dieses Jahr sind sie fünf Kilo schwerer und nutzen trotzdem alte Daten, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Und dann gibt es noch die Art von Leuten, die wirklich vom BMI hereingelegt werden. Diese muskelbepackten Typen im Fitnessstudio mit einem Körperfettanteil so niedrig wie ein Waschbrett – ihr BMI kann 25 oder sogar 27 sein, und nach dem Standard sind sie eindeutig 'übergewichtig'. Dann kommen sie zu dir und sagen: 'Oh, mein BMI ist ungesund.' Glaubst du das? Bei ihrem Körperbau ist ihr biologisches Alter zehn Jahre jünger als ihr tatsächliches Alter – nennst du das ungesund? Umgekehrt, diese jungen Frauen, die sich wenig bewegen und ein geringes Gewicht haben, können einen BMI unter 18,5 haben, was als 'untergewichtig' normal aussieht, aber wenn man an ihre Taille fasst, ist alles weiches Fett, und das viszerale Fett kann über dem Limit liegen. Der BMI schaut nur auf Gewicht und Körpergröße; er kann nicht unterscheiden, ob das Gewicht Muskeln oder Fett ist, und er sieht auch nicht, wo das Fett sitzt.
Deshalb sage ich: Von denen, die im Fitnessstudio ihren BMI posten, hat die Hälfte die Zahl falsch berechnet, und die andere Hälfte wird von dieser Zahl verunsichert. Wer wirklich trainiert, schaut doch nicht auf den BMI? Die schauen auf Körperfettanteil, Taille-Hüft-Verhältnis und Veränderungen der Körpermaße. Hast du schon mal einen Bodybuilder gesehen, der täglich seinen BMI postet? Für die ist das Ding ein Witz.
Hat der BMI also noch einen Nutzen? Ja, aber er ist für normale Leute gedacht, als Einstiegsindikator für Gesundheits-Screenings, nicht als Urteil, das dich definiert. Wenn dein BMI im normalen Bereich liegt (18,5-23,9), bedeutet das, dass dein Gewicht kein großes Problem ist. Aber wenn dein BMI normal ist und du trotzdem das Gefühl hast, keine Form und keine Kraft zu haben, dann solltest du dich auf Muskelmasse und Körperhaltung konzentrieren, nicht auf die Nachkommastellen. Wenn dein BMI zu hoch ist, gerate nicht sofort in Panik. Überlege zuerst, ob du zu den 'kräftigen' gehörst, die täglich Gewichte stemmen, oder zu den 'schwammig Dicken', die viel sitzen und sich wenig bewegen.
Denk daran: Jeder einzelne Indikator ist einseitig. Statt deinen BMI zu posten, poste doch, wie viel du beim Kniebeugen stemmst, wie viele Kilometer du laufen kannst oder wie viele Zentimeter deine Taille geschrumpft ist. Diese Zahl hast du dir selbst erarbeitet. Was den BMI angeht: Wenn du ihn richtig berechnest, nimm ihn als Referenz. Wenn du ihn falsch berechnest, dann mach dich nicht lächerlich, damit dich die Fachleute nicht innerlich auslachen.
Wenn du das nächste Mal ins Fitnessstudio gehst und jemanden siehst, der mit seinem BMI angibt, dann lächle und frag ihn: 'Alter, hast du die Zahl mit Kilo oder mit Pfund berechnet?' Garantiert steht er da wie versteinert.