Kaum ist der September da, zeigt man in den sozialen Medien neben Stau-Fotos vom Schulbeginn vor allem eines: Lebensläufe. Meine Cousine ist dieses Jahr im letzten Studienjahr und schickte mir neulich mitten in der Nacht einen Screenshot. Sie habe bei über dreißig Firmen Bewerbungen eingereicht, kaum eine sei gelesen worden, und zu Vorstellungsgesprächen sei es gar nicht erst gekommen. Ich bat sie, mir ihr Portfolio zu schicken. Als ich es öffnete, sah ich eine Seite, die zwar recht sauber gestaltet war – aber zu sauber. So sauber wie klares Wasser: Man erinnert sich hinterher an nichts.
Tatsächlich hängen viele Studierende genau an diesem Punkt fest: Technisch nicht schlecht, das Layout ordentlich, aber das Portfolio hat einfach keinen „Wiedererkennungswert“. Ein Interviewer sieht an einem Tag Dutzende davon, die Augen sind längst ermüdet. Was du tun musst, ist nicht, die Seite vollzustopfen, sondern mit kleinen Details sanft nachzuhelfen, damit sein Blick zwei Sekunden länger auf deiner Arbeit verweilt. Der Schatten ist dabei der günstigste und schnellste Hebel.
Unterschätze eine Schattenebene nicht. Ein wenig unter einer Karte, und sie „schwebt“ aus der Fläche empor; ein wenig neben einem Button, und der Finger hat noch nicht geklickt, aber das Gefühl sagt schon, dass man ihn drücken kann; ein wenig am Avatar, und die ganze Silhouette wirkt wacher. Das Ding stiehlt dem Inhalt nicht die Show, sondern flüstert dem Interviewer zu: Dieser Mensch hat ein Gespür für Details.
Aber box-shadow von Hand zu schreiben ist wirklich eine Qual. Ein Haufen Parameter – x-Versatz, y-Versatz, Unschärferadius, Ausbreitungsradius, Farbtransparenz –, und schon eine geänderte Zahl verändert das Gefühl der ganzen Karte. Früher habe ich an einem Kartenschatten mehr als zwanzig Mal hin und her probiert und schließlich aufgegeben und den Standard verwendet. Später entdeckte ich ein kleines Tool namens „CSS-Schatten-Generator“: Schieberegler ziehen, Effekt in Echtzeit sehen, links einstellen, rechts Vorschau, und wenn es passt, den Code direkt kopieren. Das fühlte sich an wie der Wechsel von manuellen Fensterkurbeln zu elektrischen Fensterhebern.
Wie verwendet man es konkret? Tool öffnen, zuerst den Schattentyp wählen – normaler Schlagschatten, innerer Schatten oder mehrschichtige Überlagerung. Um diesen edlen schwebenden Look zu erzielen, muss man meist zwei oder drei Ebenen stapeln: eine große, blasse für das Umgebungslicht und eine kleine, tiefe für den Kontaktschatten. Verwende als Farbe nicht reines Schwarz, sondern Dunkelblau oder Dunkelgrau, und drücke die Transparenz auf 10 % bis 20 %, damit das Ergebnis luftig wirkt. Gib dem Unschärferadius etwas mehr, dem Ausbreitungsradius etwas weniger oder sogar einen negativen Wert – dann werden die Kanten sauberer abgeschlossen.
Welche Stellen im Portfolio lohnen sich? Die Hauptkarte im ersten Bildschirm bekommt einen weichen äußeren Schatten, damit sie aus dem Hintergrund hervortritt. Die Vorschaubilder in der Projektliste bekommen einen leichten inneren Schatten, der die Vertiefung eines Bilderrahmens simuliert. Wenn die Navigationsleiste oben klebt, kommt an ihren unteren Rand ein feiner Schatten, der dem Nutzer sagt: „Ich bin hier.“ Außerdem sind Modalfenster, Dropdown-Menüs und schwebende Buttons häufige Einsatzbereiche für Schatten. Aber merke dir eine Regel: Die „Persönlichkeit“ der Schatten auf einer Seite muss einheitlich sein. Entweder alles harte, kurze Schatten oder alles weiche, diffuse Schatten – nicht mischen.
Manche Studierende befürchten, dass zu viele Schatten schmutzig wirken. Die Beurteilung ist eigentlich ganz einfach: Kneife die Augen zusammen. Wenn der Schatten dem Inhalt die Show stiehlt, ist es zu viel; wenn nach kurzem Schließen und Wiederöffnen der Augen die Seitenhierarchie klar und die Gewichtung deutlich ist, dann passt es. Schatten dienen dem Inhalt, sie sind nicht zum Angeben da.
Bei der Herbst-Rekrutierung ist die eigentliche Stärke der Trumpf, aber Lebenslauf und Portfolio sind der Türklopfer. Sieht der Ziegelstein ansprechender aus, öffnet sich die Tür etwas schneller. Nimm dir zehn Minuten und justiere mit dem CSS-Schatten-Generator die Schlüsselelemente in deinem Portfolio – das kostet wenig Mühe, aber wenn der Interviewer über den Bildschirm wischt, bleibt sein Finger vielleicht stehen. Und wenn er stehen bleibt, hast du die Chance, ihm das zu zeigen, was hinter deinem Code steckt.
Warte nicht bis November und bereue dann, im September nichts geändert zu haben. Geh jetzt zwei Schieberegler ziehen – wirklich, das bringt mehr als zehn zusätzliche Bewerbungen.