Letzten Freitag um 23 Uhr war ich immer noch dabei, diesen verdammten Button zu ändern.
Kein gewöhnlicher Button, sondern der Haupt-Button, der den Chef fünfmal hin und her hat wechseln lassen. Die erste Version war zu schlicht, die zweite zu verspielt, die dritte nicht edel genug, die vierte zu dunkel. Bei der fünften Version kam er wieder mit: "Irgendwie fehlt da noch was, denk nochmal drüber nach."
Ich starrte auf die Farbflächen auf dem Bildschirm und innerlich raste eine Herde wilder Pferde durch. Ehrlich gesagt, in den Jahren als Designer habe ich am meisten Angst vor Kunden, die keine Anforderungen haben, sondern solche, die Anforderungen haben, aber sie nicht klar formulieren können. Sein "da fehlt was" bedeutet übersetzt: "Ich weiß auch nicht, was ich will, aber du musst es hinbekommen."
Dann erinnerte ich mich an ein kleines Tool, das ich vor ein paar Tagen gespeichert hatte, den CSS-Gradient-Generator. Eigentlich wollte ich nur ausprobieren, ob ich damit diesen besonders natürlichen Himmelsverlauf hinbekomme, aber es stellte sich heraus, dass das Ding mehr draufhat, als ich dachte.
Ich öffnete das Tool, links die Farbmarker, rechts die Vorschau, in der Mitte ein verschiebbarer Regler. Ich zog ein paar Farben hin und her, Blau-Lila-Rosa, so einen Abendwolken-Verlauf. Dann probierte ich auch einen reinen Schwarz-Weiß-Grau-Verlauf aus und fügte noch eine Transparenzänderung hinzu. Nach etwa zehn Minuten Hin- und Herziehen kam mir plötzlich eine Idee – warum nicht den Verlauf mit Bewegung kombinieren?
Ich stellte schnell im Tool einen Verlauf von Dunkelblau über Helllila bis Pink-Orange ein und fügte dann eine Neigung von etwa 120 Grad hinzu. Der Effekt im Vorschaufenster, wie soll ich sagen, war dieses "sieht sofort teuer aus"-Gefühl. Ich schickte einen Screenshot an den Chef mit dem Kommentar: "Wie wär's mit dieser Richtung?"
Nach etwa fünf Minuten kam eine Sprachnachricht vom Chef: "Hey, das geht, das hat Stil, kann es etwas heller sein?"
Ich hätte fast vom Stuhl springen können. Dann justierte ich mit dem Tool die Helligkeit und Sättigung der Farbmarker, brauchte noch zwei Minuten und schickte ihm eine optimierte Version. Diesmal kam direkt ein "OK".
Und rate mal? Das Design, das mich eine ganze Woche beschäftigt hatte, wurde mit diesem Tool in zehn Minuten fertig. Und nicht einfach so dahingeschludert, sondern wirklich mit gutem Ergebnis.
Später habe ich analysiert, warum es vorher so mühsam war. Weil ich immer auf die traditionelle Art Farben abgestimmt habe – Photoshop öffnen, manuell Verlauf ziehen, immer wieder probieren, bei jeder Parameteränderung neu Screenshot machen, exportieren, per WeChat schicken, die Kommunikationskosten waren enorm. Dieses Tool ist dagegen in Echtzeit, ich ziehe den Regler, der Effekt erscheint sofort auf dem Bildschirm, was man sieht, bekommt man. Und das Farbsystem ist super intuitiv, man kann so viele Farben hinzufügen, wie man will, die Positionen anpassen, und man kann direkt den CSS-Code kopieren und in den Code einfügen.
Entscheidender ist, dass es mich aus der Denkweise des "Farbabstimmens" herausgeholt hat und ich angefangen habe zu überlegen, welche visuelle Emotion ein Verlauf selbst mit sich bringt. Früher dachte ich, Verläufe sind nur Hintergrunddekoration, jetzt habe ich gemerkt, dass sie die Seele des gesamten Designs sein können. Dieser Übergang von dunkel zu hell, von kalt zu warm, hat eine eingebaute Erzählung, die Grafikdesign zum Leben erwecken kann.
Jetzt hat sich mein Arbeitsablauf geändert. Egal ob für Web-Hintergründe, Button-Zustände, Kartenschatten oder um Diagrammen visuelle Tiefe zu geben, mein erster Gedanke ist, dieses Tool zu öffnen, ein paar Farbmarker zu ziehen, um das Gefühl zu testen, und dann zu entscheiden, ob ich es verwende. Die Effizienz ist nicht nur ein bisschen gestiegen, sondern vor allem habe ich keine Angst mehr vor dem "da fehlt was" des Chefs – weil ich schnell viele verschiedene "Stimmungen" ausprobieren kann.
Also, manchmal liegt es nicht an unseren Fähigkeiten, sondern daran, dass wir das falsche Werkzeug wählen. Die Aufgaben, die dich bis zum Zusammenbruch Überstunden machen lassen, können vielleicht mit einer anderen Herangehensweise und einem anderen Werkzeug in zehn Minuten erledigt sein. Natürlich nur, wenn du bereit bist, zehn Minuten zu investieren, um etwas Neues auszuprobieren, anstatt an alten Gewohnheiten festzuhalten.
Okay, genug geredet, ich muss jetzt den Verlauf in ein Standarddokument umwandeln. Wenn das nächste Mal ähnliche Anforderungen kommen, kann ich direkt kopieren, ohne Anpassungen.